See und Mehr > Das Dosenmoor

Das 521 Hektar große Moor ist das größte zusammenhängende Hochmoorrest im schleswig-holsteinischen Hügelland. Zusammen mit dem benachbarten Einfelder See ist das Dosenmoor, als neun Quadratkilometer großer Dosensee, durch die letzte Eiszeit in einer Mulde zwischen Sander und Jungmoräne entstanden und später von einem Flachmoor zu einem Hochmoor geworden. Das Dosenmoor hat eine Torfdicke von bis zu acht Metern und ist 1981 als Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet ausgewiesen worden. FFH-Gebiete sind spezielle Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen. 

Der Name Dosenmoor geht vielleicht zurück auf einen holsteinischen Bauernritter namens Daso de Ennigge (Daso aus Innien, einem Dorf westlich von Neumünster), der Mitte des 12. Jahrhunderts lebte und Namensgeber für die Dosendörfer ist. Eine Besiedlung des Gebietes lässt sich bis 8000 Jahre vor Christus belegen. Es könnte aber auch einen anderen Ursprung haben. Als Dose werden im Emsland mehrere kleine Moore bezeichnet, die ringsum von Geest umschlossen sind.

Für den Wasserstand des Einfelder Sees hat das Dosenmoor rund 23 % Anteil am Einzugsgebiet und wirkt sich somit nur gering aus. Im Rahmen der Regeneration des Dosenmoores wurde Ende 1996 die Fließrichtung eines Grabens auf einer Länge von etwa 200 Meter umgekehrt. Der Graben entwässert jetzt über die Burbek in die Eider. Das Wassereinzugsgebiet des Einfelder Sees ist durch die Maßnahme nur unwesentlich verkleinert worden. Die Regeneration des Moores hat keinen messbaren Einfluss auf den Wasserstand des Sees. Der See hat zumindest zehn Jahrtausende überdauert, ohne seine Form wesentlich zu verändern. Die Anbindung an das Dosenmoor besteht erst seit einigen Jahrhunderten, auch ohne diese hat also der See existieren können. 

Der heutige Zustand des Moores ist als Folge menschlicher Eingriffe zu sehen. Der Mangel an Brennstoffen zwang die notleidende Bevölkerung zum Torfstechen am Rand des Moores. Durch die Entwässerung des Moores entstanden im Sommer bzw. bei großer Sonneneinstrahlung auch Brände im Moor. So wurde im Holsteinischen Courier vom 08.05.1900 berichtet: „Feuer brach am Sonnabend in der Ostecke des Dosen-Moor bei Einfeld aus, das einen starken Qualm verbreitete und dessen Umsichgreifen bei dem herrschenden starken Ostwinde für das ganze  große Moor und die dort aufgestapelten reichen Torfvorräthe recht gefährlich werden konnte. Die Nachmittags allarmirte Einfelder Feuerwehr rückte nach dem Brandheerde ab und ihrer energischen Anstrengung gelang es, das Feuer zu dämpfen, so daß nur ein paar hundert Quadratmeter vom Moor ausbrannten.“ Die Freiwillige Feuerwehr Einfeld ist heutzutage speziell ausgerüstet für Moorbrände. Beim Moorbrand im Mai 2011 war neben der Einfelder Wehr der gesamte Stadtfeuerwehrverband im Einsatz und die Umlandgemeinden wurden um Amtshilfe gebeten.

Es wurde auch bis 1981 industriell Torf abgebaut. Das Dosenmoor soll aber nun als großflächiges atlantisches Hochmoor erhalten und wiederhergestellt werden. Der südliche Bereich ist geschützt. Die umfangreichen Regenerations-Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet. Das großflächige atlantische Hochmoor hat Bedeutung für die Flora ebenso wie für die Wirbellosenfauna und Brutvogelwelt. So balzen hier im Frühjahr Kranische und seltene Arten wie der Moorfrosch und das Braunkelchen haben hier Ihren Lebensraum.
 
Besucherlenkung wird durchgeführt. Das Dosenmoor ist mit Wanderwegen sowie Infotafeln im nördlichen Teil gut erschlossen. 
Es gibt verschiedene Rundwege durch das Moor, die Wanderwege sind gut ausgeschildert und gut begehbar. Bei einem Spaziergang mit Hund sollte man daran denken, dass diese angeleint sein müssen. Vom  Bahnhof geht es Richtung Norden, der Kieler Chaussee folgend, 500 Meter zu Fuß bis zum Infozentrum des Naturschutzgebietes. Von dort gibt es ca. 13 Kilometer ausgeschilderte Wege.

Das Infozentrum ist nach telefonischer Absprache für Führungen und Schulklassen geöffnet. D
ie großen Infotafeln bieten, seit September 2005 ergänzt durch ein Info-Zentrum, viel Wissenswertes zur einstigen Nutzung des Torfes sowie zur Tier- und Pflanzenwelt des Dosenmoores. 
 
Das "Info-Zentrum Dosenmoor" ist ein eingetragener Verein mit knapp 40 Mitgliedern und hat seinen Sitz im Info-Zentrum Dosenmoor, Am Moorweg 99. Neun ehrenamtliche Moorführer stehen u. a. Schulklassen zur Verfügung, um über die Geschichte des Moores und die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu berichten. Ende 2008 wurde vor dem Info-Zentrum eine alte Lok der Moorbahn aufgestellt. 

Weitere Bilder vom und über das Dosenmoor sind unter "Tour/Exkursion durchs Moor" sowie unter Einfeld-Aktiv/IZ-Dosenmoor "Moorschnucken" und der Rubrik "Bildergalerie" zu finden. Ergänzende Informationen werden auf den unten genannten Internetseiten zur Verfügung gestellt.
 


Das Dosenmoor am Einfelder See aus der Luft. (Klick-Bild)


"Torfriegel zum Trocknen gestapelt" wurde ca. 1920 fotografiert von  Johann Garleff - ehem. Kreisbaurat Bordesholm. (Quelle: Gemeindearchiv Großenaspe) (Klick-Bild)


Öffentlichkeitsarbeit für das Moor betreibt der eingetragene Verein  "Info-Zentrum Dosenmoor".
 


Renaturiert und angestaut "steht" das Wasser im Moor.


Viele Hinweisschilder und -tafeln wurden für die Besucher aufgestellt.


Birken prägen noch großteils das Bild des Moores.


Warnschilder an einigen Stellen  am Rand des Moores.

Quellen: (1.) Die Internetseiten www.iz-dosenmoor.de bzw.  www.dosenmoor.eu (2.) Infozentrum Dosenmoor, Am Moorweg 99, Tel. 04321-77333 (3.) "Naturführer durch Schleswig-Holstein" erschienen im Wachholtz-Verlag, ISBN 978-3-529-05415-0 (4.) Stadt Neumünster - Fachdienst Natur und Umwelt unter www.neumuenster.de