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Das Windsurfen entstand aus dem Wellenreiten. Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wuchs in Europa eine wachsende Windsurfer-Gemeinde. Ab 1979 gehörte „Surfen auf dem Einfelder See“ als fast regelmäßiger Tagesordnungspunkt zu einer Stadtteilbeiratssitzung. Am 19. Juni 1979 wurde protokolliert, dass es zu Beschwerden von Badegästen und den anderen Wassersportvereinen kam, weil Gefährdungen aufgezeigt wurden. Den Surfern wurde deshalb der Strandabschnitt vor dem Propstei-Jugendheim als Einstieg zugewiesen und der Bereich besonders gekennzeichnet.

Im Jahr 1980 gab es die ersten, größeren Parkprobleme am Einfelder See. Diese führten zu Gesprächen zwischen der Verwaltung und der Polizei. Seitens der Stadt bemühte man sich um den Ankauf des Bahnhofsvorplatzes, um dort PKW Einstellplätze bereitzuhalten. Als sehr problematisch wurde aber auch gesehen, dass auswärtige Busunternehmen regelmäßig Surfer aus dem Raum Hamburg an den Einfelder See fuhren. 70 Prozent der Surfer auf dem See waren nach Einschätzung der Verwaltung Auswärtige. Diese waren zumeist nicht mit den lokalen Gegebenheiten vertraut und nutzten oft den Badestrand an der Schanze als Einstieg. Deshalb entstanden im Stadtteilbeirat Überlegungen, Handzettel mit einigen Informationen an die Surfer zu verteilen.

Am 12. Juni 1980 wurde der Windsurfing Club Neumünster e.V. (WSCN) gegründet. Ein Hauptziel war es, den Einfelder See als Surfrevier zu erhalten und den Surfsport in geordneten Bahnen zu lenken. Der Verein und die Mitglieder bekannten sich zue Einhaltung aller Natur und Umwelt schützenden Anordnungen, Befolgung aller Vorschriften der Stadtverordnung zur Regelung des Wassersports auf dem Einfelder See, Vermeidung jeglicher Belästigung dee See-Anlieger, sowie Rücksichtnahme auf Regattatermine und Veranstaltungen anderer am See ansässiger Vereine.

Neben den fehlen Bedarfsparkplätzen sah man auch die Notwendigkeit von weiteren sanitären Einrichtungen, besonders an der Surferbucht, der ehemaligen Badestelle "Zweibrücken". Der Verein sorgte für Sauberkeit des Bereiches, aber ein zum Imbiss umgebauter Bauwagen bereitete Sorgen. Bis nach Mitternacht waren dort Gäste und es erschallte laute Musik. Aufgrund der Forderungen des Beirates wurde der Pachtvertrag für den Imbissbetrieb zum Ende Oktober 1982 gekündigt. Zur gleichen Zeit begannen die Planungen für ein Toilettenhaus auf Stelzen, zwischen denen ein Geräteraum für die Surfer eingerichtet werden sollte. Der Bau eines Klubhauses für den Verein wurde seitens der Verwaltung nicht befürwortet. 

Das Toilettenhaus sollte an der Böschung zum Propstei-Jugendheim (Kirchenkreis) errichtet werden. Die Planung sah vor, es auf Stelzen zu stellen, um die Abwässer über den Seekamp abführen zu können. Die Kostenermittlung ergab einen Betrag von rund 160.000 DM. Der Bodenaushub für das Haus sollte als Rodelmöglichkeit vor Ort verbleiben. Die Pläne wurden verworfen. Es wurde ein Sanitärgebäude auf der Wiese im Bereich des Zuweges vom Seekamp am Jugendheim gebaut.
 
Zwischen der Stadt Neumünster und dem Windsurfing Club wurde 1985 ein Miet- bzw. Pachtvertrag geschlossen. Dieser beinhaltete, dass der Verein einen Raum im Toilettenhaus mieten konnte, aber auch für die Sauberkeit der Wiese verantwortlich wurde. Die vertragliche Auflage, der Verein sollte das Surfer-Areal als Vereinsgelände optisch abgrenzen, war keine Forderung des Stadtteilbeirates. Gemäß Vertrag stellte der Verein zwei Schilder auf, die auf das Vereinsgelände hinwiesen. Im Juli 1990 wiederholte der Windsurfing Club seine Bitte nach einem geeigneten Vereinsheim am Einfelder See. 

Heute findet man im Internet Aussagen wie diese: "Einfelder See - Home Sweet Home! Mein Homespot, hier habe ich das Windsurfen erlernt, dass verbindet. Leider gibt es nicht sooo viele gute Tage doch wenn es aus Südwest-West oder Nordost ballert, geht was, leider ist der Wind dann auch sehr böig, doch für alle aus Neumünster und Umgebung eine kostengünstige Alternative. Parken umsonst, Einstieg am Hauptstrand aber nicht erlaubt, Ärger gibt's eigentlich nur im Sommer, einfach schnell auf's Wasser und dann passiert auch nichts. Vorsicht vor den Anglern. Bitte immer einen guten Respektsabstand einhalten! Ansonsten kann man sich selber eine bzw. eine Anzeige fangen."

Bei Stadtteilbeiratssitzung am 04.02.2014 verkündete der amtierende Vereinsvorsitzende Dieter Straube die Auflösung des Vereins zum 31.12.2014. Der Miet- und Pachtvertrag war bereits gemäß Vereinsbeschluss gekündigt worden. Die ortsansässigen Zeitungen nahmen die Ankündigung zum Anlass und berichten Anfang 2014 ausführlich über den Verein.

Quellen: (1.) Protokolle der Beiratssitzungen von 1979 bis 1990 (2.) Zeitungsartikel Holsteinischer Courier vom 07.10.82 // 22.04.83 // 17.08.88 (3.) "Rund um den Windsurfing Club Neumünster" - Mitteilungsblatt des WSCN aus dem Jahr 1995 (4.) Schreiben von Volker Dierck mit Datum 31.01.2008 (5.) Hinweis auf die Surfmöglichkeit auf der Internetseite http://windsurfing-sh/jimdo.com- mit dem Titel „Wir, die Windsurfer in Schleswig-Holstein“ (6.) Protokoll der Stadtteilbeiratssitzung vom 04.02.2014. 

Bis Ende 2014 achteten die Mitglieder vom WSCN auf Sauberkeit. (Foto: WSCN)


Surfer finden am Einfelder See zeitweise ein gutes Revier vor.


Das Gelände war mit Schildern versehen, der Klub wurde Ende 2014 aufgelöst.


Von diesem Gelände sollen die Windsurfer auf den See. (Klick-Bild)


Das heutige Sanitärgebäude an der Surferbucht "Zweibrücken".


Planungsskizze des Sanitärgebäudes von der Seeseite. (Klick-Bild)


Skizze des geplanten Sanitärgebäudes mit der Böschung. (Klick-Bild)