Einfelds Entwicklung bis 1899

Zur Entwicklung der Gemeinde Einfeld wird Konrektor Paul Elwert mit dem Thema "Aus der geschichtlichen Entwicklung Einfelds" zitiert. Dieser Bericht wurde veröffentlicht in der Festschrift zur Einweihung der Mehrzweckhalle am 24. August 1956 mit dem Titel "Einfeld. Vom Bauernhof zur Großgemeinde" und wird hier in Auszügen wiedergegeben.

Auf dem Geeststreifen zwischen dem Dosenmoor und dem bis zum Südufer des Einfelder Sees reichenden Wald fanden unsere Vorfahren einen günstigen Siedlungsplatz. Die Zeit der Gründung lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Zahlreiche Urnenfunde, Waffen und Werkzeuge aus Stein deuten auf eine Besiedlung seit der jüngeren Steinzeit hin. Die Fundgebiete befinden sich im alten Dorfkern bis zum Krückenkrug reichend und auf den Hahnenkampkoppeln. Funde auf einem Sandhügel im Dosenmoor lassen ebenfalls auf eine Siedlung schließen.

Ennienfelde, Enenvelde, Eynenveld wird urkundlich erstmalig im Jahre 1144 genannt, als das Kloster Neumünster (1328 Verlegung nach Bordesholm) den Zehnten von sechs Dörfern, darunter auch Einfeld, kaufte. Neben Schenkungen durch Graf Adolf III. 1199 und Herwath Spaduth 1296 wird auch die Übertragung des Sees an das Kloster durch Adolf IV, den Sieger in der Schlacht von Bornhöved 1227, bestätigt. Stover oder auch Stauer als selbständiges Dorf mit fünf Hufen gehörte schon vor 1200 dem Kloster. 1502 bestätigte König Johann II. die Besitzungen des Klosters Bordesholm, darunter auch „Eynenvelde“ mit dem See. Nach der Einziehung des Klosters 1566 änderte sich das Verhältnis der Hufen nicht. Sie wurden als Festehufen des eingezogenen Klosters betrachtet.

Neben den freien bäuerlichen Grundeigentümern gab es früher Festehufner oder Pachthufner, die an Edelleute, Kirchen oder Klöster ihren Zins zu zahlen hatten. So waren die Einfelder Bauernstellen, die zum Klostergebiet Bordesholm gehörten, Festehufen. Das unbebaute Land, namentlich Wald, Wiese und Weideland, war „Gemeindbesitz“. Das urbare Land zerfiel in „Gewanne“, schmale Landstreifen, Schläge oder Kämpen genannt. Unsere Flurnamen Dorfkamp und Seekamp deuten noch heute darauf hin. Jedem Hufner wurden mehrere solcher Landstreifen zugewiesen, die aber nicht zusammenhängend, sondern in „Gemengelage“ bunt durcheinander lagen. 

Da der eine bei der Bestellung seines Bodens und bei der Ernte über die Ackerstücke des andern fahren musste, fanden alle Arbeiten zu gleicher Zeit statt. Ein solcher Flurzwang war natürlich einer ordentlichen Bewirtschaftung hinderlich. Deshalb wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Feldgemeinschaft aufgehoben. In den Jahren 1758 - 1861 wurden Verordnungen über die Aufhebung der Feldgemeinschaft, Aufteilung der Gemeinheiten und Verkoppelung der Felder erlassen. Die Beamten der Großfürstlichen Regierung hatten dabei nicht immer das Interesse der Dorfschaften im Auge. 

Bei diesen Auseinandersetzungen, die 1821 begannen, zeigten die Einfelder Hufner eine solche Zähigkeit, dass sie nach 14-jähriger Verhandlungsdauer und vieler Beschwerdeführerei doch endlich ihren Willen durchsetzten. Ermahnungen und Strafandrohungen hinderten die Bauern nicht, laufend schriftliche Eingaben einzureichen oder Abordnungen zum Landkommissar nach Schleswig zu entsenden. Ein Gutachten des Obersachverwalters Raben aus Glückstadt im Jahre 1827 sprach zugunsten Einfelds. Zum Schluss fügte Raben noch hinzu, dass die ungebührliche Schreibart der Hufner dem Obergericht anzuzeigen sei. Erst acht Jahre später wurde eine Einigung erzielt. 

Am 18. November 1835 unterschrieben beide Parteien auf der Amtsstube in Bordesholm die neue Verhandlungsakte, die am 13. Februar 1836 von der Königlichen Rentekammer in Kopenhagen genehmigt wurde. Es unterschrieben in Bordesholm die Festehufner:
   Claus Delfs
   Carsten Heeschen
   Claus Voß
   Marx + Schwede (selbstgezogenes Kreuz)
   Claus Christian Schlüter
   Marx Hinrich Staben
   Joachim Sachau
   Jochim + Rix + en (selbstgezogene Kreuze)

Die Bauern hatten gesiegt. Die Festeverbindlichkeit wurde ihnen gänzlich erlassen und ihnen „das völlige uneingeschränkte Eigentum ihrer Hufen an Gebäuden, Vieh und Feldgeräten dergestalt übertragen, dass sie damit, als mit ihren wohlerworbenen Gütern schalten und walten, dennoch verkaufen, vererben und durch sonstige in den Gesetzen erlaubte Dispositionen auf andere übertragen können“. Sie erhielten weiter 16 ha Hölzungen. 

Dafür waren 1.600 Reichsthaler zu zahlen, das machte den vierten Teil des taxierten Wertes aus. Der Betrag war in zehn gleichen jährlichen Raten zu begleichen. Über die Verteilung des Holzes, die drei gewählte Taxationsmänner vornahmen, wurden die acht Hufner sich schnell einig. Am 13. März 1838 war das Protokoll abgeschlossen. Der Wertbeschaffenheit entsprechend wurde der Wohld in acht östliche und acht westliche Lagen eingeteilt. In den Bestimmungen über die Bondenhölzungen heißt es unter anderem: Die abzulegende Bondenhölzung bleibt zu ewigen Tagen Holzgrund und unzertrennlich von der Hufe, darf unter keinerlei Vorwande beweidet, auch kein Gras darin geschnitten werden, weshalb sie, so wie überhaupt in betreffs der haushälterischen Benutzung und Kultur, der besonderen Aufsicht des Königlichen Forstamtes unterworfen wird.