Handel und Gewerbe bis 1899

Zur Entwicklung Handel und Gewerbe wird Konrektor Paul Elwert mit dem Thema "Aus der geschichtlichen Entwicklung Einfelds" zitiert. Dieser Bericht wurde veröffentlicht in der Festschrift zur Einweihung der Mehrzweckhalle am 24. August 1956 mit dem Titel "Einfeld. Vom Bauernhof zur Großgemeinde" und wird hier in Auszügen wiedergegeben.

Das erste Gewerbe des Dorfes war die Krügerei; denn in einem Bauernbrief vom Jahre 1712, der in scharfen spezifizierten Vorschriften die Lebens- und Wirtschaftsführung regelte, wurde die Krügerei auf der Schanze erwähnt. Eine 1813 erteilte Konzession an Johann Detlef Sienknecht ging 1853 auf seinen Sohn mit der Begründung über, dass die Krügerei für die Frachtfuhrleute unentbehrlich sei. Mit der Konzession war die Verpflichtung für Vorspannleistung verbunden. 

Die Frachtleute beförderten Kaffee und Zucker von Hamburg nach Kiel und nahmen Seegras mit zurück. Am 1. April 1895 erwarb Ernst Sander aus Brügge die „Alte Schanze“. Noch im selben Jahre baute er die Gaststätte „Zum Einfelder Bahnhof“ (späteres „Deutsches Haus“). Bereits am 6. Mai 1895 eröffnete er den Pavillon (Strandhalle) am See. Gleichzeitig ließ Sander zwei Badeanstalten bauen, da das Baden vom Strande aus verboten war. Die 1830 für den Krückenkrug erteilte Konzession wurde wegen Interesselosigkeit des neuen Besitzers eingezogen. 

Mit der Verbesserung der Landwirtschaft nach der Verkoppelung entwickelte sich auch ein selbständiges Handwerk. Durchweg waren die Antragsteller Kätner, die nicht in der Lage waren, ihre Familien auf der kleinen Landstelle zu ernähren. Zur Illustrierung sei nebenstehend eine Konzessionserteilung wiedergegeben. 

Die Volkszählungsliste des Jahres 1803 führte einen Schuster mit einem Gesellen auf. Nach vorhandenen Unterlagen liegen Anträge bzw. Genehmigungen vor: 1847 für den Schmied Carl Dietrich Schwager aus Loop, der die von dem Hufner Carsten Heeschen abgetrennte Kätnerstelle in Pacht nahm, bis der Sohn Hinrich Heeschen 1833 die Volljährigkeit erlangt hatte. 1847 ließ sich Hans Friedrich Ehlers als Schuster nieder, verzog aber bald nach Neumünster. 1853 eröffnete Hans Hinrich Gabriel eine Hökerei im heutigen Landhaus. 1855 wurde dem Maurer Johann Friedrich Wulf aus Langwedel die Konzession zum Maurerhandwerk erteilt. Er wohnte in der „Grünen Eiche“ an der Looper Chaussee. 

Von 1859 bis 1862 pachtete Hans Hinrich Rowehr die Chausseegelderhebung. Gleichzeitig betrieb er das Schusterhandwerk. 1854 erwarb der Tischler Jochim Heeschen eine Genehmigung. 186o übernahm der Rademacher Jochim Kühl den Betrieb des verzogenen Löpthien. Während allen Handwerkern Konzessionen erteilt wurden, wurde dem Höker Hans Hinrich Gabriel die Genehmigung zur Errichtung einer Krügerei in den Jahren 1857, 1858 und 1861 versagt; da die Bedürfnisfrage abgelehnt wurde. 

Auch der Bauernvogt berichtete, dass die Eingesessenen keine Krügerei wünschten. Erst 1865 erfolgte eine Konzessionserteilung für das heutige Landhaus, damals „Unter den Linden“. Bald nach der Eröffnung der Gastwirtschaft ist die Hökerei von Gabriel eingegangen. Dafür eröffnete Markus Röschmann in der alten Schule am Looper Weg einen Laden. 

Ende der achtziger Jahre richtete Georg Roth in dem heutigen Möbelhaus Horst in der Dorfstraße eine weitere Hökerei ein. Die Gerberei am Moor, heute noch als alte Lederfabrik bekannt, erbaute der Fabrikant Brüning aus Neumünster. Große Veränderungen in Handel und Gewerbe waren also im vorigen Jahrhundert nicht zu verzeichnen. Die Statistik von 1898 führte fünf Handwerker, zwei Gastwirtschaften und zwei Hökereien auf.

Konzessionserteilung:

„Wir Christian, der Achte von Gottes Gnaden König zu Dänemark, der Wenden und Gothen, Herzog zu Schleswig, Holstein, Stormarn, der Dithmarscher und zu Lauenburg, wie auch zu Oldenburg etc., etc. thun kund hiermit, daß Wir, auf geschehenes allerunterthänigstes Ansuchen, concedirt und bewilligt haben, wie Wir auch hiermit und kraft dieses allergütigst concediren und bewilligen daß Jochim Rixen zu Einfeld das Schneiderhandwerk in dem zum Amte Bordesholm gehörigen Theile des Kirchspiels Neumünster für seine Person gegen Erlegung einer jährlichen Recognition von Zwei Reichsbankthalern in Unser dortiges Amtsregister, ungehindert treiben und sich und den Seinigen dadurch den nöthigen Unterhalt zu erwerben suchen möge. Jedoch der Impretant schuldig und verpflichtet, diese Unsere Conzession, bei Verlust derselben und bei sonstiger willkürlicher Strafe, sowohl dem dortigen Oberbeamten als auch dem dortigen Hebungsbeamten vorzuweisen, so wie es demselben bei gleicher Strafe untersagt ist, in auswärtige Zünfte zu treten. Wornach sich männiglich allerunterthänigst zu achten.

Urkundlich unter Unserem vorgedruckten Königlichen Insiegel.

Gegeben auf Unserem Schlosse Gottorf, den 21. Februar 1845.

Siegel

Auf Sr. Königlichen Majestät allergnädigsten Befehl

Unterschrift