Einfelds alte Schulen

Wie sah es in Einfeld mit der Schule bzw. den Schulen aus? Der Beitrag "Aus der geschichtlichen Entwicklung Einfelds" von Konrektor Paul Elwert wurde veröffentlicht in der Festschrift zur Einweihung der Mehrzweckhalle am 24. August 1956 mit dem Titel "Einfeld. Vom Bauernhof zur Großgemeinde" und wird hier in Auszügen wiedergegeben. Alle Fotos stammen aus dem Archiv der Schule und sind als Klick-Bilder eingerichtet.

Die heute (1956) noch für Wohnzwecke benutzten beiden alten Schulgebäude am Roschdohler Weg geben ein beredtes Zeugnis über die Schulverhältnisse vor hundert und mehr Jahren. Die Königliche Regierung bewilligte 1821 eine Beihilfe in Höhe von 150 Rbthlr (Reichsbankthaler). zu den Kosten der Erweiterung und zweckmäßigen Einrichtung des Schulhauses. Es sollten in der Schulstube und in den Wohnstuben bretterne Fußböden und sämtliche Fenster in der Schulstube mit Rahmen und Beschlag eingerichtet werden. 

Vor dem Erlass der ersten Preußischen Schulverordnung war der Schulbesuch sehr unregelmäßig, da die Kinder nur nach Belieben zur Schule geschickt wurden. Die Knaben betätigten sich im Sommer größtenteils als Hütejungen, und die Mädchen besuchten eine Strick- und Nähschule. Deshalb beantragte der Lehrer Schütt im Jahre 1853, eine Handarbeitsschule mit der Schule zu verbinden.

Jahrzehntelang betrug die Schülerzahl durchschnittlich 40. Gegen Ende des Jahrhunderts stieg sie dann auf 70 %. Aus einem Regulatif vom 22. März 1813 geht hervor, daß die Bezüge des Lehrers 45 Rbthlr. außer freier Wohnung, freier Weide und dem unzulänglichen Lande, 4 Fuder Heu, 3 Fuder Stroh, 3 Tonnen Roggen, 12.000 Soden Torf betrugen. Die Roggenlieferung wurde 1861 abgelöst und das Bargeld auf 100 Reichsbankthaler erhöht. Bei der Verteilung der Ländereien der Gemeinde Einfeld wird erstmalig 1772 Klaus Heesch als Schulmeister genannt. 

Später gibt die von Lehrer Harder eingerichtete Schulchronik Aufschluss über die Personalien der Lehrkräfte, die in Einfeld amtierten:
 1801 - 1850 Lehrer M. Bracker
 1850 - 1861 Lehrer F. Schütt
 1861 - 1894 Lehrer J. H. Harder
 1894 - 1932 Lehrer J. Schröder
Lehrer Harder wurde bei seiner Pensionierung mit dem „Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern“ ausgezeichnet.

Die Schulverhältnisse unterlagen natürlich auch diesem Werdegang. Als die Schülerzahl 1905 bis auf 100 anstieg, wurde die Schaffung einer zweiten Klasse dringend erforderlich. Eine Bleibe fand sie im Gemeindehaus am Eichhofweg. Gleichzeitig wurde die Schulbauplanung, mit der man sich schon 1901 beschäftigt hatte, ernstlich in Angriff genommen. 1907 konnte mit 138 Kindern der Einzug in die zweiklassige Schule (heute Mittelschule) gehalten werden. Schon jetzt war der Bau überholt, so dass bereits 1910 zwei Klassen aufgestockt und die dritte Klasse eingerichtet werden musste. 

Während des ersten Weltkrieges stieg die Schülerzahl durch Zugang aus Kiel und Flüchtlingskinder aus Ostpreußen auf 186, sank aber bis 1927 auf 122. Von nun an wuchs sie rapide. 1932 wurde die Einrichtung einer vierten Klasse erforderlich. Bis zur planmäßigen Besetzung wechselten die Hilfslehrer am laufenden Band. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges zählte die Schule 200 Schüler. 1932 trat Hauptlehrer Schröder in den Ruhestand, der 38 Jahre mit großem Fleiß und viel Erfolg an der Einfelder Schule amtierte.

Außer den bereits erwähnten Lehrkräften haben folgende längere Zeit in unserer Gemeinde amtiert:
 1907 - 1914   Lehrer Richard Clausen
 1911 - 1935   Lehrer Adolf Teichert
 1919 - 1956   Konrektor Paul Elwert
 1932 - 1945   Hauptlehrer Alexander Schneider


Das Gebäude der Einfelder Grund- und Hauptschule von 1772 bis1855.


Das Gebäude der Einfelder Grund- und Hauptschule von 1855 bis 1907.


Das Gebäude der Einfelder Grund- und Hauptschule von 1907 bis 1951.


Der Gebäudekomplex der Grund- und Hauptschule 1951 nach Abschluß des 1. Bauabschnittes.


Der Gebäudekomplex der G-H-S 1956 nach Abschluß des 2. Bauabschnittes mit der Mehrzweckhalle.