Einfelder Topographie des Herzogtum Holstein

Das Wort "Topographie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Ortsbeschreibung". Was heute mit "Google Earth" oder auch mit "Virtual Earth" mit einem Mausklick dem Auge dargestellt wird, musste früher aufwendig beschrieben werden. Damals spielte die Beschreibung der Geographie eines Landes sowie seiner Teile mit möglichst genauer Wiedergabe der Bodenformen und -beschaffenheit, Gewässer, Bodenbewuchs, Besiedlung, Verkehrwege, etc. eine sehr große Rolle.

Wenn man auf die Unterlagen im Landesarchiv S-H (Schleswig) zurückgreift, dann erfährt man, daß eine Person in Schleswig-Holstein eine wichtige Rolle für diese Aufzeichnungen gespielt hat. Johannes Schröder (1793 - 1862) war Offizier und Topograph und hatte den Rang eines Oberst in der schleswig-holsteinischen Armee. Zuerst erstellte er eine 1837 erschienene Topographie des Herzogtums Schleswig. Danach erarbeitete Schröder 1841 eine über das Herzogtum Holstein und die beiden Hansestädte Hamburg und Lübeck. 1851 musste Schröder seine Heimat verlassen, wollte aber seine topographische Arbeit nicht aufgeben. Unterstützung fand er bei dem Juristen und Landeskundler Jürgen Hermann Biernatzki (1818 -1895). Er arbeitete bei der zweiten Auflage der Topographie des Herzogtums Schleswig mit und gab 1855 die zweite Auflage für Holstein und Lauenburg heraus.

Über die Gemeinde Einfeld im Amtsbezirk Bordesholm und den Einfelder See werden hier die beiden Ausführungen der Topographie des Herzogtums Holstein aus den Jahren 1841 und 1855 aufgeführt und dabei miteinander verglichen.

Einfeld (vorm. Enenfelde - 1841 / vorm. Ennienvelde - 1855): Dorf am Einfelder See, 1 Meile nördlich von Neumünster; Amt Bordesholm; Kirchspiel Neumünster. - Der Graf Adolph III. schenkte im Jahre 1199 die Zehnten dieses Dorfes, in dem es bereits vor 1200 eine Hufe von Diederich von Utaspe, 1 Halbhufe von Berist und 1 Hufe von Wedrik von Erpesthorpe erworben hatte, und 1296 schenkte Herwarth Spaduth seine Güter daselbst dem Neumünsterschen Kloster. Es enthält 8 Vollhufe, 1 Halbhufe, 3 Viertelhufe, 1 Achtelhufe, 1 Sechszehntelhufe und 11 Kathen: davon sind ausgebaut: südwestlich 1 Halbhufe, 1 Viertelhufe und 1 Kathe Stover (vorm. Staver) genannt, erste ist ein Wirthshaus an der Landstraße von Neumünster nach Rendsburg; südlich 1 Viertelhufe Krückenkrug (vorm. Hohelucht oder auf dem Stau) und 1 Achtelhufe Einfelderfelde, südöstlich 1 Viertelhufe und 1 Kathe Wahrenberg und nordöstlich an der Altonaer - Kieler Chaussee 1 Viertelhufe (Wirthshaus) und 1 Kathe Schanze - Im Dorfe ist ein Armenhaus - Schule (1841 - 44 Kinder / 1855 - 50 Kinder) - Volkszahl: 202 - Areal 1167 Steuertonnen - Der Boden ist ein sehr guter Mittelboden, dessen Ertrag durch Einkoppelung, die erst im Jahre 1839 geschah, bedeutend erhöht werden wird; die Mööre sind ansehnlich und es wird viel Torf nach Neumünster verkauft; ein Bondengehege heißt Wohld. Eine Wiese ( 2 Tonnen 95 Ruthen) gehört der Neumünsterschen Kirche - Einfeld ist das letzte Dorf im Amte Bordesholm, mit welchem die Festequalität durch Vereinbarung im Jahre 1835 abgehandelt ist, und wodurch die Hufner an Land, durch Aufteilung der Gemeinheiten, gewonnen haben, - Nördlich (1841) / Westlich (1855) vom Dorfe am Einfelder See liegt eine Verschanzung (1841) / runde Umwallung (1855) , welche die schwedischen Kriegsvölker, im Jahre 1627, aufgeworfen haben sollen. Das Dorf litt damals sehr. - Oestlich und südöstlich vom Dorfe liegen auf der Feldmark, nahe an der Chaussee, 4 Grabhügel, von denen aber 2 zum Theil abgetragen sind. Stover war ehemals ein Dorf von 3 Hufen, die das Kloster schon 1200 besaß und vom Grafen Adolf erhalten hatte.

Einfelder See, ein See neben der Kieler Chaussee im Amte Bordesholm, zwischen den Dörfern Einfeld, Mühbrook und dem Dosenmoor. Seine Länge beträgt etwa 670 (1841) / 634 (1855), seine größte Breite etwa 180 Ruthen (1841) / 195 Ruthen (1855), seine größte Tiefe beträgt 31 Fuß. An der östlichen Seite nimmt der See die Moorbek auf, im Norden hat er durch den Stintgraben Abfluß in den Bordesholmer See; im Südwesten, jedoch nur bei sehr hohem Wasserstande, hat er einen Abfluß mittelst eines Sieles in die Aalbek - Die Fischerei im Einfelder See ist ein Dienstemolument des Amtmanns.