Der Einfelder See

Der Einfelder See entstand am Ende der letzten Eiszeit vor ungefähr 20.000 Jahren. Als "zu- und abflussloser Rinnensee" hat er Höhen und Tiefen erlebt. Im Jahr 1983 ging man den extremen Schwankungen des Wasserstandes nach und es wurde dazu ein wissenschaftliches Gutachten erstellt. Darin wird festgehalten, dass der See in einem normalen Jahr von 1,4 Mio m3 Regenwasser direkt gespeist wird. Dazu fließen ca. 0,3 Mio m3 über den Moorgraben aus dem Dosenmoor in den See und ca. 1,2 Mio m3 werden durch das Grundwasser geliefert. Dagegen stehen Verluste in Höhe von 0,8 Mio m3 durch Verdunstung sowie 2,1 Mio m3 durch Versickerung und durch die Abflüsse des Seegrabens und des Steingrabens in Mühbrook. 

Seit 1970 gehört Einfeld als Stadtteil zu Neumünster. Der See aber kam bereits viel früher als Tauschobjekt für militärische Anlagen in den Grundbesitz der Stadt. In der Eingemeindungsakte von 1937 heißt es: "Neumünster hat die Absicht, den See mit einer großen Badeanstalt zu versehen, die für Menschenansammlungen notwendigen Einrichtungen und schließlich auch eine Grünanlage um den See zu schaffen." 

Die Stadt Neumünster war seit 1937 Eigentümerin der Wasseroberfläche des Sees und für den Rundwanderweg verantwortlich. Mit der Eingemeindung obliegt der Stadt auch die Pflege und Erhaltung des Sees und seiner Uferbereiche. Da der gesamte See und seine Ufer sich in kommunalem Eigentum befinden, ist der Einfelder See überall zugänglich. Lediglich das Westufer mit ca. 2,4 Hektar wurde per Verordnung im Jahre 1955 als "Vogelschutzgebiet am Einfelder See" unter Schutz gestellt. Im Jahre 1987 wurde die Fläche auf 13 Hektar erweitert.

Als Naturerholungsgebiet bietet der Einfelder See mit seinen 178 Hektar für jeden Geschmack und zu jeder Jahreszeit attraktive Angebote und vielfältige Erholungsmöglichkeiten. Einheimischen ist der Einfelder See Kindheitserinnerung und Heimat, anderen die Stätte für Erholung und Naturerlebnis - oder gar die Grundlage für wirtschaftliche Existenzsicherung. Die Nutzung des Sees als Nacherholungsgebiet war vor und zwischen den Weltkriegen und in den Jahren nach 1945 bedeutend stärker als Heute. An schönen Sonntagen wurden damals bis zu 10.000 Besucher gezählt.

Im Frühling kann auf dem 8 Kilometer langen Rundwanderweg zu Fuß oder per Fahrrad die erwachende und sprießende Natur bewundert werden. Der Weg wurde im Jahre 2009 renoviert bzw. ausgebaut. Im Sommer kann sich Jung und Alt an den Badestränden des Sees tummeln. Hervorragend ausgestattete Anlagen laden zum Beach-Volleyball, Sonnenbaden oder Grillen (Anmeldung gemäß Ausschilderung erforderlich) ein. Für Freunde des Wassersports bietet der See ideale Bedingungen zum Surfen, Segeln, Rudern oder Kanu fahren. Ein Höhepunkt ist das alljährliche Drachenbootrennen.

Auf allen Wegen rund um den See besteht ein Leinenzwang für Hunde. Zudem ist es verboten gemäß dem Gesetz zur Vorbeugung und Abwehr der von Hunden ausgehenden Gefahren (Gefahrhundegesetz - GefHG) vom 28.01.2005, Hunde mitzunehmen auf Badeplätze, Kinderspielplätze und Liegewiesen. Ferner ist es verboten, Hunde dort laufen zu lassen. (www.neumuester.de)

Mit den Waldbeständen im Osten und der Schilfumrandung zeigt sich der See an schönen Herbsttagen von seiner farbenreichen und romantischen Seite. Dann lockt er nicht nur Wanderer zum Kulturdenkmal "Margarethenschanze" und in das idyllische Dorf Mühbrook mit seinen stattlichen, reetgedeckten Höfen. Auch Freunde des Angelsports genießen die Ruhe, Beschaulichkeit und natürlich den reichhaltigen Fischbestand des Einfelder Sees.

Im Winter, wenn der See richtig zugefroren ist, lockt der Einfelder See nicht nur zum Spaziergang. Auf der dicken Eisfläche lässt sich hervorragend Schlittschuh laufen, Eishockey spielen oder Eissegeln. Für die Eissegler, aber auch für die Schlittschuhläufer, ist eine glatte Oberfläche des Natureises wichtig. Man erinnert sich gern an den Einsatz der Einfelder Freiwilligen Feuerwehr, die einst das Eis des Sees besonders preparierte.

Quellen: (1.) "Neumünster - Die Eingemeindungen 1938/1970" - Stadtverwaltung Neumünster - Pelle Dose - Leiter Bauverwaltungs-, Hoch- und Tiefbauamt - Aufstellung mit insgesamt 14 Fundstellen (2.) Festschrift zur Einweihung der Mehrzweckhalle am 24. August 1956 mit dem Titel "Einfeld. Vom Bauernhof zur Großgemeinde" (3.) Stadt Neumünster unter www.neumuenster.de (4.) Gesetz zur Vorbeugung und Abwehr der von Hunden ausgehenden Gefahren (Gefahrhundegesetz - GefHG) vom 28.01.2005

Der Einfelder Strand an der Schanze mit der großen Liegewiese.


Die Dorfbucht im Sommer 2012 mit Blick in Richtung Dorfstraße. (Klick-Bild)

Hinweistafel zu den vielen "Sehpunkten" am Einfelder See.

Viele "Steine am See" oder auch im See sind im Strandbereich zu finden.


Eissegler parken auf dem zugefrorenen Einfelder See. (Klick-Bild)