Einfeld wird eingemeindet

Einen Tag nach der endgültigen Entscheidung des Landtages über die Gebietsreform nutzte Bürgermeister Bruno Fuhlendorf die Etatrede 1970, um auf Vorhaben einzugehen, die von der Stadt Neumünster nach der Eingemeindung verwirklicht werden sollten. Er war von 1957 bis 1970 Bürgermeister und nannte folgende Punkte als einen "verhältnismäßig kurz gehaltenen Katalog".

Bei den Schul- und Sportplatzanlagen wies er als "das Problem Nr. 1 und mithin unsere größte Sorge" die noch bestehende Schulraumnot. Er unterstrich die Notwendigkeit einer Gesamtschule an der Grenze zwischen Einfeld und Tungendorf. Diese würde die Einfelder Schule entlasten. Noch vordringlicher sei aber die Schaffung von Sport- und Spielplätzen. Vorgesehen sei das Gelände zwischen der Schule und dem Roschdohler Weg.

Fuhlendorf stellte auch die Forderung der Einfelder heraus, daß nach dem Tage der Eingemeindung der Ausbau der Fußwege weiterhin zügig fortgesetzt und hierbei auch die schon vorhandene gute Straßenbeleuchtung auf den endgültigen Stand gebracht werde.

Bei den Straßen wurden der endgültige Ausbau des südlichen Roschdohler Weges, des Krückenkruges, des Mecklenburger Weges sowie der Bundesstraße 4 (heute L 318) aufgezählt.


Bei den öffentlichen Einfelder Einrichtungen nannte er als Verhandlungspunkte bzw. Forderungen:

 "Der gemeindeeigene Kindergarten muß in Einfeld belassen werden, nach Möglichkeit muß noch eine Vergrößerung erfolgen oder  ein zweiter Kindergarten geschaffen werden."
"die Gemeindebücherei muß als Außenstelle der Stadtbücherei in Einfeld belassen werden."
"die freiwillige Feuerwehr muß wie bisher bestehen bleiben und laufend mit moderen Geräten ausgerüstet werden."
"die bisherige Außenstelle der AOK Rendsburg muß als Außenstelle de AOK Neumünster weitergeführt werden. Diese Maßnahme ist besonders wichtig für unsere Alten und Hilfsbedürftigen."
"die Stadt muß in Verhandlungen mit der Bundesbahn alle Anstrengung machen, um für Einfeld den seit Jahrzehnten vorhandenen Bahnhof zu erhalten und weiter zu verbessern."
"im Interesse unser Bevölkerung muß den Vertretern der Stadt Neumünster erwartet werden, daß sie den Einfeldern das Versprechen geben, in Einfeld ständig einen kirchlichen bzw. einen städtischen Friedhof zu unterhalten."
"die Stadt solle außerdem alle Anstrengungen machen, um die Dienststellen der Post und der Polizei in Einfeld zu belassen und nach Möglichkeit noch zu vergrößern."
"ein ganz besonderes Anliegen der Einfelder, aber auch der Neumünsteraner Bevölkerung ist der Ausbau des Einfelder Sees. In den anstehenden Verhandlungen müßten die Neumünsteraner endlich verbindliche Zusagen über Art, Umfang und Zeitpunkt der geplanten Maßnahmen geben."

Als nicht gerade von besonderer Wichtigkeit für die Einfelder, aber doch eine echte Selbstverwaltungsaufgabe nannte Bürgermeister Fuhlendorf die Umbenennung vieler Einfelder Straßennamen, die in Neumünster ebenfalls vorhanden seien. Hierbei wollten auch die Einfelder noch mitwirken.

Als Schlußsatz wählte Fuhlendorf: "So schmerzlich der Verlust der Selbständigkeit Einfelds ist, so unzweifelhaft steht fest, daß das Leben, auch das kommunalpolitische Leben, weiter geht und nur durch gemeinsame Anstrengungen und einen gemeinsamen politischen Willen erreicht werden kann."  

Am 26. April 1970 fand die bislang letzte Erweiterung des Stadtgebietes von Neumünster mit den Eingemeindungen von Einfeld, Gadeland und Tungendorf-Dorf statt, nachdem im Jahre 1938 bereits Wittorf, Brachenfeld und Tungendorf der Stadt zugeschlagen worden waren. Die Einwohnerzahl erreichte kurz darauf ihren bisherigen Höchststand von rund 87.000, und die Stadtfläche verdoppelte sich auf 71,57 km².

Mit der Eingemeindung wurden die alten Ortsschilder entfernt und durch das Schild der Stadt Neumünster ersetzt.


Auch die Ortseingangsschilder im Einfelder Ortsteil Stover wurden nach der Eingemeindung ausgetauscht.


Die Stadtverwaltung brachte nach der Eingemeindung eine Zusammenstellung der Jahre 1938 und 1970 heraus.


Knapp 25 Jahre nach der Eingemeindung wurden die Ortseingangsschilder mit dem Zusatz "Stadtteil Einfeld" ergänzt.


Amtliche Bekanntmachung
(Kieler Nachrichten vom 09.05.1970) 
Die Gemeindevertretung Einfeld hat am 24.03.1970 folgende Straßenumbenennungen beschlossen: 
-  Bahnhofstraße in "Einfelder Straße
-  Birkenallee in"Strandallee"
-  Föhrenweg in "Am Waldschlößchen"
-  Kastanienallee in "Seewisch"
-  Danziger Straße in "Krantorstraße"
-  Ostpreußenstr. in "Trakehner Straße"
-  Pommernweg in "Stubbenkammer"

-  Schlesigerweg in "Baudenweg"
-  Weidestraße in "Fuhrkamp"
-  Buchenweg in "Hirtenwiese"
-  Fritz-Reuter-Straße in "Hufeisenweg"
-  Fröbelstraße in "Grauheide"
-  Grüner Weg in "Enenvelde"
-  Heinrich-Eckmann-Str. in "Grandsee"
-  Klaus-Groth-Straße in "Op de Geest"

-  Lornsenweg in "Ortheide"
-  Mittelweg in "Brammerhütten"
-  Sandweg in "Am Sander"
-  Tannenweg in "Bollbrück"
-  Theodor-Storm-Weg in "Setzhörn"
-  Timm-Kröger-Weg in "Barghörn"
Amtliche Bekanntmachung
(Holsteinischer Courier vom 08.12.1970)
Die Ratsversammlung hat am 01.12.1970 die nachstehenden Straßenumbenennungen beschlossen:
a. Die Hamburger Chaussee im Ortsteil Einfeld wird durchgehend bis zum Einfelder Bahnhof (Bahnschranke) in "Kieler Straße" umbenannt.
b. Die im Ortsteil Einfeld gelegene Kieler Chaussee (vom Einfelder Bahnhof bis zur Ortsgrenze Mühbrook) erhält die Bezeichnung "Einfelder Schanze".