Moppeleinsatz in Einfeld bei längerem Stromausfall

Seit 30. März 2019 hat die Freiwillige Feuerwehr Einfeld ein Moppel (Dickerchen, Brummer) im Gerätehaus. Das Notstromaggregat bzw. weitere wurden von der Stadtverwaltung Neumünster gekauft und an die Wehren in den Stadtteilen übergeben. Die Übergabe erfolgte im Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) in der Färberstraße statt.

Dieser Moppel soll stationär im Gerätehaus der Einfelder Wehr als Insellösung bei längeren Stromausfällen eingesetzt werden. Damit ist  eine dezentrale "Kommando-Zentrale" für die Wehr (und Polizei) sichergestellt. Zur Ausstattung der Fahrzeuge gehören Stromaggregate, diese verbleiben aber auf den Fahrzeugen, um notwendige Einsätze weiterhin möglich zu machen.

Ja, selbstverständlich kommt der normale Strom für unseren Alltag aus der Steckdose. Und zum Beispiel beim Jahrwechsel 2000 versicherten die großen Stromlieferanten ein ausreichenden Schutz vor einem längeren, totalen Blackout. Innerhalb von wenigen Minuten starten große Notstromaggregate, die das flächendeckende Netz wiederherstellen.

Aber schauen wir doch einmal einige Monate bzw. Jahre zurück. Stürme liessen reihenweise große Masten umknicken, nasser Schnee drückte Leitungen nieder, großflächige Ausfälle beim Abschalten einer Leitung über die Elbe, Probleme für mehrere Stunden in Lübeck oder auch in München und so weiter ... und so weiter.

Es ist als vorbildich zu bezeichnen, dass Neumünster in dieser Beziehung eine Vorreiterrolle übernahm. Es wurde ein umfangreiches Stromausfallkonzept erstellt. Im Jahr 2011 wurde unter Leitung von Branddirektor Sven Kasulke an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee eine Stabsrahmenübung durchführte. Der Teilnehmerkreis war mit vielen Fachleuten besetzt.

Am Ende der zwei Tage wurde festgestellt, dass Neumünster relativ gut aufgestellt ist. Dennoch wurden einige Schwachstellen aufgedeckt. Als ein Ergebnis der Übung war u.a. die Forderung nach Ausstattung der Wehren in den Stadtteilen mit einem Stromaggregat entstanden. Ende 2014 wurde mit ca. 500 Rettungskräfte die Realität auf die Probe gestellt.

Bei Stromausfällen in Neumünster und Umgebung sind ausreichend Notfallmelde- und Versorgungsstationen notwendig. Viele Patienten, die von lebensunterstützenden Apparaten abhängig sind, müssen kurzfristig ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gefahren werden. Dort liefern große Aggregate den notwendigen Strom bei Netzproblemen. 

Notstromaggregate müssen aber betankt werden. So besteht auch die Notwendigkeit der Ausrüstung von ausgewählten Tankstellen bzw. der Abschluss von Verträgen mit Kraftstofflieferanten. Der Moppel bei der Einfelder Wehr hat eine Betankung für knapp acht Stunden vor Ort und auch die Einsatzfahrzeuge brauchen nach einiger Einsatzzeit neuen Kraftstoff.

So war in den Kieler Nachrichten im Juli 2018 zu lesen, dass das Land Schleswig-Holstein über eine Million Euro bereitstellen wird, um die Kreise des Landes mit mindestens zwei Aggregate auszustatten zu können. U. a. soll damit die Sicherstellung von Kraftstoff dezentral für das Rettungswesen, für eine Informationstechnik und für die Wasserversorgung gewährleistet werden.

Bei der Betrachtung der Internetseite der Stadt Neumünster (Bürgerservice) findet man auf den Teilseiten der Berufsfeuerwehr auch einige wichtige Hinweise und Sicherheitstipps für die eigenen Vorsorgemaßnahmen. Diese wenden sich an die hiesigen Haushalte, um u. a. einige Stunden bzw. Tage einen Stromausfall zu überbrücken.

Quellen: (1.) Internetseite www.neumünster.de mit den Unterseiten der Berufsfeuerwehr (2.) Artikel im Holsteinischen Courier am 07.12.11 // 12./13./15.11.2014 // 02.04.2019 (3.) Artikel in den Kieler Nachrichten 12.11.2014 // 26.07.2018 // 01.04.2019 (4.) Internetseite der DW-Akademie unter www.dw.com

Auf der Internetseite der DW-Akademie findet man diesen Bericht (hier als Auszug und Collage) über Stromausfall (Klick-Bild)
Stadtrat Oliver Dörflinger übergab am 30.03.19 Moppel-1 an die Einfelder Wehr.
Moppel-1 hat mehr Leistung und einen Betriebsstoffvorrat für acht Stunden.
Die Notstromaggregate der Fahrzeuge verbleiben auf diesen, um weiterhin Einsätze zu unterstützen.