Bildung und Betreuung > Spielplätze im Stadtteil Einfeld

Am 14. Juni 2012 hatten wieder die Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre im Stadtteil Einfeld das Wort. Fast fünfzehn Kinder und Kleinkinder brachten ihre Eltern mit und versammelten sich am "Beduinenzelt" im Neubaugebiet am Stoverbergskamp zwecks Mitsprache. Delia Winkler und Heiner Feilke von der Stadt Neumünster ließen die Kinder zu Wort kommen. Es ging um die Planung für einen neuen Spielplatz. Bisher gab es zwölf öffentliche Spielplätze in Einfeld bei über 70 im gesamten Stadtgebiet.
 
Wenn man an spielende Kinder in Einfeld so 50 bis 60 Jahre zurückdenkt, so sieht man keine Spielplätze mit unterschiedlichen Spielgeräten wie wir sie heute kennen. Mit sehr viel Einfallsreichtum wurde das Spielen bereichert. Es wurde in den Knicks, auf den Straßen, auf den Feldern und im Einfelder Wald, dem Bondenholz, gespielt. Ein Projekt der Einfelder Grundschule aus dem Jahr 2007 berichtet nach Recherchen und Befragungen von Zeitzeugen ausführlich darüber und gewann bei einem Wettbewerb sogar einen Preis.
 
Schaut man in die Protokolle der Beiratssitzungen, so findet man einige "Highlights" nach der Eingemeindung, wie zum Beispiel im Jahr 1977. Im Rahmen der Bebauung des ehemaligen Butenschönschen Geländes im Bereich Carsten-Heeschen- und Karl-Feldmann-Straße plante die Stadt Neumünster einen Spielplatz. Der Beirat und die Anwohner hielten aber die Freifläche für ungeeignet, da dort zu wenig Kinder wohnten.
 
Zeitgleich erfolgte der Ankauf des ehemaligen Postgebäudes in der Dorfstraße für Jugendzwecke und die Einrichtung einer Planstelle für eine hauptamtliche Betreuungskraft. Aber die Einfelder wollten mehr. Der Neumünsteraner Bürgermeister Sawade erwiderte die Forderung nach einer zweiten Kraft wie folgt: "Die Forderung nach Einstellung einer weiteren hauptamtlichen Betreuungskraft für einen Spielplatz, wie dies während der Sommerferien als ausgesprochene Ferienbetreuung für einen kurzfristigen Zeitraum möglich ist, kann während der übrigen Zeit nicht durchgeführt werden. Kinder und Jugendliche haben hier die Möglichkeit, die Einrichtung des Bezirksjugendheimes Einfeld zu nutzen."
 
Anfang der 80er Jahre versuchte der Beirat Haushaltsmittel für einen Spielplatz am Einfelder See zu erhalten. Erst am 24.05.83 wird berichtet, dass DM 15.000 bereitgestellt wurden für den Ankauf von Spielgeräten im Bereich von "Zweibrücken". Finanzielle Nöte führten auch dazu, dass bei der Fortschreibung des Spielplatzkonzeptes im Jahr 1996 heftig um die "Öffnung der Schulhöfe" in den Nachmittagsstunden gestritten wurde. Der Einfelder Beirat und die Schulen lehnten es ab. Zu jener Zeit gab es über 60 Spielplätze im gesamten Stadtgebiet.
 
Heiße Diskussionen gab es im Mai 2007, als die Stadt Neumünster das Bolzen auf dem ehemaligen Sportplatz am Kreuzkamp untersagte. Nachdem sich Vertreter der Verwaltung mit betroffenen Anwohnern, Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern an "einen Tisch gesetzt" hatten, kam man zu einer einvernehmlichen Lösung, mit der alle zufrieden waren.
 
Im Jahr 2009 führte der Holsteinsche Courier mit einigen Kindern einen Spielplatz-Test durch. Von den elf besuchten Plätzen war auch der Einfelder "Flaadenweg" mit dabei. Er war der größte im Stadtgebiet, erhielt aber von den jugendlichen Testern keine Bestnoten. Die Verantwortlichen im Rathaus nahmen die Anregungen auf und reagierten prompt. So wurde auf dem Einfelder Spielplatz an der Dorfbucht umgehend "nachgebessert".

Parallel dazu wurden im gleichen Jahr die Einfelder Spielplätze den Eltern "ans Herz gelegt". Das Familienzentrum Kita Einfeld führte in 2009 die Spielplatzaktion "Wie viel Bewegung braucht mein Kind" mit großer Resonanz durch. Dabei wurden Ideen und Impulse für einen Spielplatzbesuch gegeben. Mit einem beladenen Bollerwagen ging es wöchentlich wechselnd zu den Einfelder Spielplätzen, um dort nach einem kleinen Picknick alte und neue Spiele gemeinsam zu testen.
 
Betrachten wir im Jahr 2012 die zwölf öffentlichen Spielplätze (Verlinkung) im Stadtteil Einfeld, so kann sagen, dass sie richtig platziert sind. Sie sind nach unterschiedlichen Themen aufgestellt worden und werden wöchentlich unter dem Aspekt "Sicherheit" von der Stadt Neumünster kontrolliert. Jährlich obliegt es dem TÜV, die Sicherheit auf den öffentlichen Spielplätzen zu überwachen.
 
Quellen: (1.) Stadt Neumünster - "Spielplätze Einfeld" - unter www.neumuenster.de (2.) Holsteinischer Courier vom 07.07.1996 // 08.07.1996 // 21.07.1996 // 14.11.1996 // 29.11.1996 // 16.06.2012 (3.) Kieler Nachrichten vom 17.09.1996 // 10.12.1996 (4.) Protokolle der Beiratssitzungen vom 14.07.1977 // 02.09.1980 // 28.09.1982 // 24.05.1983 // 22.01.1985 // 30.05.1989 // 10.09.1996 // 08.08.1998
Delia Winkler (lks) und Heiner Feilke von der Stadtverwaltung hatten große Zettel mitgebracht, um die Ideen und Wünsche der Kinder zu dokumentieren. (Klick-Bild)

Nach dem "Brain-Storming" erläuterten die Kinder ihre Entwürfe, die sie in Gruppenarbeit und mit großer Akrebie erstellt hatten. (Klick-Bild)


"Wie viel Bewegung braucht mein Kind" war eine Spielaktion aus dem Jahr 2009 organisiert vom Familienzentrum Kita Einfeld.


Die Spielplatzplanung wird mit den Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre abgesprochen. (Klick-Bild)

Der Spielplatz "Am Sander" grenzt an die Kita Einfeld und hat Mikado-Stäbe als Thema. (Klick-Bild)


Am Bruno-Fuhlendorf-Weg in Einfeld kann man mit dem "Maulwurf" um die Wette buddeln. (Klick-Bild)