Handel und Wandel von Einfeld

Die Beschreibung, wie aus einem "verschlafenem" Dorf eine Großgemeinde bzw. ein interessanter Stadtteil wird, schafft in besonderer Kürze der Text beim "Sehpunkt Nr. 2" am Einfelder See. "Einfeld wurde urkundlich erstmalig im Jahre 1144 genannt, als das Dorf vom Kloster Neumünster gekauft wurde. Der damalige Name des Dorfes, Ennienfelde, entwickelte sich im Laufe der Geschichte über Enenvelde und Eynenvelde zum heutigen Einfeld. Jahrhundertelang änderte sich die Struktur des Dorfes kaum. Die Einfelder Bauernstellen waren sogenannte „Festehufen“, die an das Kloster ihren Zins zu zahlen hatten. Das unbebaute Land war „Gemeindbesitz“. Das urbare Land zerfiel in schmale Landstreifen, „Schläge“ oder „Kämpen“ genannt. Flur- und Straßennamen wie Dorfkamp und Seekamp erinnern noch heute daran.
 
Die großen Kriege des 17. und 19. Jahrhunderts gingen auch an den Dörfern Holsteins nicht spurlos vorbei. Wallenstein stand 1627 vor den Toren Rendsburgs und die Schweden fielen 1643 in Holstein ein. Verwüstung und Plünderungen mussten auch die Einfelder über sich ergehen lassen. Das erste Gewerbe des Dorfes war 1712 die Krügerei (Schankwirtschaft) auf der heutigen Einfelder Schanze. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann eine starke Besiedlungsphase. Mit der anwachsenden Bevölkerung stieg auch die Zahl der Gewerbetreibenden. Um 1850 eröffneten Handwerker wie Schmied, Maurer, Tischler, Rademacher und eine Hökerei (Gemischtwaren-Handel) ihre Betriebe. Als der Neumünsteraner Fabrikant Brüning die erste Gerberei am Dosenmoor errichtete, wurde das beschauliche Leben des Bauerndorfes Einfeld endgültig von den einschneidenden Veränderungen der beginnenden Industrialisierung eingeholt.

Mit Arbeitern und Fabrikanten kamen neue und andere gesellschaftliche Schichten nach Einfeld. Unter anderem bemerkte man diese Entwicklung am Baustil. Die städtische Hausform hielt Einzug in dem bisher vom Bauernhaus geprägten Ort. 1897 wurde Einfeld mit einer Haltestelle an die Eisenbahn angeschlossen. Durch seine schöne Lage am Einfelder See wurde der Ort nun auch für einige Neumünsteraner als Wohnsitz oder als Standort für ihre Sommerhäuser attraktiv. Um diese Zeit entstand das Villenviertel am Seekamp. Die lebhafte Entwicklung Einfelds erfuhr durch die allgemeinen Wirren und Nöte des Ersten Weltkriegs eine Unterbrechung, aber bereits 1933 wurde Einfeld selbständiger Amtsbezirk. Aus dem Dorf Einfeld war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein immerhin 1.400 Einwohner zählender Ort geworden.
 
Am Ende des Krieges ergoß sich eine Flüchtlingswelle über Schleswig-Holstein. Bis 1956 stieg die Einwohnerzahl Einfelds auf 5.700 an, davon fast 4.000 Flüchtlinge und Evakuierte. Dieser rasante Bevölkerungsanstieg war die Hauptursache für die einsetzende Wandlung des Ortsbildes. Durch die Wohnungsnot wurde in Einfeld sehr viel gebaut. Am 26.04.1970 wurde Einfeld eingemeindet. Der neue Stadtteil gewann als attraktives Wohngebiet Neumünsters – nicht zuletzt wegen seiner Lage am Einfelder See – an Bedeutung."

Quelle:
(1.)
Einfelder Sehpunkte - Nr. 2 "Aus der Siedlungsgeschichte Einfelds" - Broschüre der Stadt Neumünster in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mühbrook -
www.neumuenster.de  (2.) "Die D-Zug Seite" von Rainer Butenschön - www.eisenbahn-sh.de (3.) Das Titelbild zeigt den Hof Faß vor seinem Abriss aus dem Jahr 2015 - © rue_ma_einfeld..
Dieser Ausschnitt (Klick-Bild) entstammt einer Übersichtskarte vom "alten" Amt Bordesholm.


Mit den Dampfzügen kamen die Menschen an den See. Diese Aufnahme einer Dampflokomotive am Einfelder Bahnhof entstammt der Internetseite von R. Butenschön.

Werbung der damaligen, aufstrebenden Großgemeinde Einfeld für die Ansiedlung von Industriebetrieben.