Demeter-Obsthof Mehrens am Bondenholz

Zwischen dem Einfelder See und dem Bondenholz befindet sich der Obsthof Mehrens. Die Geschichte dieses Hofes begann 1907 mit der Errichtung des Haupthauses, einem zweigeschossigen Holzhaus in Hanglage, durch den Unternehmer W. Witte, der damals in Osterwieck/Harz die Fabrikation "Nordischer Blockhäuser" betrieb.

Dieses ist wohl das erste Fertighaus in Schleswig-Holstein und das Baumaterial kommt vom höchsten Berg des Harzes, dem Brocken. 1907 wurden die ersten Obstbäume auf einem Boden gepflanzt, der nach heutigen Maßstäben einer Güte von 35 bis 55 Bodenpunkten zugeordnet werden kann.

Ende der 70er Jahre wurde der große Wandel auf dem Hof durchgeführt, als sich der damals 60jährige Erich Mehrens entschloss, seine landwirtschaftliche Produktion komplett auf ökologische Bewirtschaftung nach dem Dehmether-Prinzipien umzustellen. Um einen Betrieb in einen biologisch-dynamischen Betrieb umzuwandeln bedarf es eines individuellen Leitbildes, in welche Richtung der Betrieb entwickelt werden soll.

Gemäß diesem Leitbild ist gemeinsam mit der Beratung ein Umstellungsplan zu erstellen, der die zum Betrieb gehörenden Flächen nach Größe und Kulturart, einen detaillierten Betriebsspiegel, eine Fruchtfolgeplanung, einen Düngeplan, die Entwicklung der Viehhaltung sowie standortangepasste Maßnahmen zur Verminderung von Schadstoffeinträgen aus der Umwelt (z. B. von Industrieanlagen, verkehrsreichen Straßen) beinhalten soll.

In dem Betriebsspiegel sind neben einem genauen Lageplan der Flächen der Bodenzustand so wie die letzte Anwendung richtlinienfremder Mittel aufzuführen. Richtlinienfremde Mittel dürfen auf dem Betrieb ab Vertragsabschluss nicht mehr vorhanden sein. Der Betrieb ist als Ganzes in einem Schritt auf die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise umzustellen.

Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten im Obstbau gilt es dabei, alle verfügbaren Maßnahmen der Mischkultur, Begrünung, Zwischenkulturen und Bodenpflege zu nutzen. Diese Maßnahmen können durch eine intensive Pflege der mehrjährigen Kulturen unterstützt werden. Die zeitgerechte Durchführung vor allem pflanzenstärkender Maßnahmen kann Einseitigkeiten entgegenwirken.

Die Standortfestigkeit der Dauerkulturen erfordert eine größere Pflege des direkten Umfeldes. Hier eine Harmonie herzustellen kann helfen, Einzelmaßnahmen einzusparen. Die Begrünung soll standortgerecht, aus vielerlei Pflanzenarten zusammengesetzt sein, und nach Möglichkeit vor dem Mähen oder Mulchen zur Blüte kommen. Bei Bedarf können die Baumstreifen bzw. der Bereich unter den Pflanzen mit mechanischen oder thermischen Methoden freigehalten werden.

Der Boden darf jedoch nicht ganzjährig ohne Bewuchs oder natürliche Bedeckung sein. Aus Gründen des Naturschutzes sind keine tropischen oder subtropischen Hölzer als Unterstützungsmaterial zugelassen.

Die Demeter-Bewegung als unternehmerisches Netzwerk fördert die Entwicklung der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise, um die Lebensgrundlagen auf dieser Erde sichern und den Menschen in seinem positiven Wirken zu stärken. In der Kooperation tragen Erzeuger, Verarbeiter, Händler und Verbraucher partnerschaftlich zur Marktgestaltung bei. Diese Assoziation behält den Menschen und seine Bedürfnisse im Blick und wird der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung gleicher maßen gerecht.

Faire Preise und soziale Verbindlichkeit sind gemeinsame Arbeitsfelder. Die weltweit größte Anbieter-Gemeinschaft ökologischer Waren bündelt die Vielfalt individuell handelnder, selbständiger Unternehmer unter einem Zeichen, dem Demeter-Markenzeichen. In Deutschland wirtschaften rund 1400 Landwirte mit über 50000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. 

Neben Pflaumen, Birnen und Kirschen gibt es mittlerweile 35 Apfelsorten. Der Hof wird von Konrad Mehrens geführt und hat eine Größe von über 30 ha Anbaufläche mit fast allen einheimischen Obst- und Gemüsesorten.

Zum Hof gehören auch Kühe, Ochsen und Schafe, sowie bis zu 20 Bienenvölker. Diese fleißigen Tiere liefern den Honig, sind aber für die Bestäubung der Apfelblüten im Frühjahr nützliche Helfer.

Im Jahr 2005 wurden 300 neue Obstbäume gepflanzt, um die zum Teil sehr alten Bäume zu ersetzen. Konrad Mehrens ist Mitglied bei der Bäuerlichen Gesellschaft Nord-West-Deutschland e.V. (BGN). Um den Demeter Richtlinien gerecht zu werden, arbeitet der Obsthof Mehrens mit dem Höllnhof in 24620 Bönebüttel, Bönebütteler Damm 166, zusammen.

Quellen: (1.) Bäuerliche Gesellschaft Nord-West-Deutschland e.V.(BGN)  - www.demeter-im-norden.de (2.) Demeter e.V. in 64295 Darmstadt, Brandschneise 1 - www.demeter.de (3.) Einige Fotos wurden von rue_ma_einfeld zur Verfügung gestellt. 
 


Schafe, Kühe und Ochsen gehören genauso zum Demeter-Obsthof, wie die Gewächshäuser und die Obstbäume.

35 verschiedene Apfelsorten gibt es auf dem Obsthof, die jeden Mittwoch beim Hofverkauf angeboten werden.

Ohne die fleißigen Bienen gäbe es keine Äpfel. Neben der Honigproduktion sorgen sie im Frühjahr für die Bestäubung.


Sobald die Früchte an den Ästen hängen, beginnt die Baumhege und -pflege.


Auch Besuchergruppen führt Konrad Mehrens zu seinen alten Apfelbäumen.


Der Apfelsaft ist sehr beliebt.